Es gab im neunzehnten Jahrhundert einen zweitklassigen Schriftsteller, der im heutigen Bewußtsein eigentlich nur noch dadurch fortlebt, daß der zweite Teil seines Namens zur Bezeichnung einer sexuellen Perversion dient (und in einem Lied von Velvet Underground), und dieser Schriftsteller, Ritter Leopold, hatte eine Vorliebe für strenge Damen im Pelz. Er wußte zu berichten, er sei einmal als Kind von einer Erzieherin ausgepeitscht worden, die er zusammen mit ihrem Liebhaber erwischte, und diese Frau trug, als sie ihn schlug, einen Pelz. Mithin hatte er eine einleuchtende Erklärung für seine Vorliebe und wurde ein dankbares Studienobjekt für die sich damals entwickelnde Psychoanalyse. Mit einer vergleichbaren Geschichte kann ich nicht aufwarten: soweit ich mich erinnern kann, beginnt meine Vorliebe für schwarzes Leder, die ich mit nicht eben wenigen Menschen teile, erst mitten in der Pubertät. Und zwar, als mir auf der Suche nach einer neuen Hose eine schwarze Lederhose in die Hände geriet. Sofort verliebte ich mich in diese Hose, und nach einer halben Stunde hatte ich meine Mutter mit Drohungen von Liebesentzug, Schmeicheleien, Jammern und Klagen, Maulen und Argumentieren soweit beschwatzt, daß sie mein Taschengeld um die nötigen Mittel ergänzte, so daß ich mir diesen Traum von einer Hose, die ungefähr so viel kostete wie zwei gewöhnliche Jeans, leisten konnte. Schon in der Umkleidekabine hatte ich das Gefühl gehabt, diese Hose habe nur auf mich gewartet: sie saß wie angegossen, und in ihr fühlte ich mich unverwundbar und stark wie zwölf Wikinger. Und am nächsten Tag mußte ich dann unbedingt diese Hose tragen.
Ich entwickelte damals noch nicht unbedingt eine Vorliebe für Leder, aber für die Farbe schwarz, und in der folgenden Zeit wurden nach und nach alle meine Kleidungsstücke schwarz. Meine Haare färbte ich blond (sie waren eigentlich auch schon vor dem Färben blond, aber blond wie Heu und nicht wie Stroh), weil sie so besser zu Schwarz paßten; schwarze Haare hätten mir auch gefallen, aber leider sehe ich mit schwarzgefärbten Haaren unnatürlich blaß aus, auf eine Art und Weise, die mir nicht gefällt.
Vielleicht wurde ich etwas häufiger das Opfer einfältiger Anmache, nachdem ich mir die Haare gefärbt hatte, aber einen Freund hatte ich damals noch nicht. Damals war ich eher still und zurückhaltend, was, glaube ich, diejenigen Menschen verwirrten, die mich nach meinem Äußeren beurteilten.
Ich weiß nicht genau, warum eigentlich ich damals nur noch schwarze Kleidungsstücke (und möglichst bollige Schuhe) trug; jedenfalls gefiel ich mir so, und wenn ich dann noch meine schwarze Lederjacke und meine schwarze Lederhose trug, fühlte ich mich beschützt und sicher. Von einem Mann in schwarzem Leder träumte ich nicht; wenn ich mir vorstellte, wie mein Traummann aussehen sollte, dann trug er sehr bunte, auffällige Kleider und war freundlich und liebenswürdig und einfühlsam.
Kurz nach meinem achtzehnten Geburtstag entdeckte ich, wieder bei einem Einkaufsbummel, aber ohne meine Mutter und in anderen Geschäften, Unterwäsche aus Leder, und wieder wußte ich sofort, daß das etwas war, was ich haben mußte. Ich gestand mir einen, daß ich einen kleinen Knall bezüglich glattem schwarzen Leder habe, und ergänzte nach und nach meine Garderobe nur noch mit diesem Material. Eine meiner Lieblingskombinationen bestand aus Unterhose, Büstenhalter, Socken, Hemd, Hose, Schuhen und Jacke, und die Socken waren das einzige, das nicht aus schwarzem Leder waren; allerdings sind selbst heute noch, aus pragmatischen und finanziellen Gründen, achtzig oder neunzig Prozent meiner Unterwäsche nicht aus Leder.

In diesen Tagen dachte ich mir die Geschichte der Drachenjägerin aus. Die Geschichte geht so: da gibt es eine Frau, deren Lebensaufgabe darin besteht, Drachen zu jagen und zu töten. Dazu trägt sie ständig ihr Drachentöterschwert bei sich, das aussieht wie ein japanisches Krummschwert. Die Drachen wiederum waren von verschiedener Art: manche konnten Feuer speien oder Gift, andere fliegen, wieder andere hatten eine unverwundbare Haut. Die unverwundbare Haut dieser Drachen war allerdings nur von einer Seite, von außen, unverwundbar. Wäre sie auch von innen unverwundbar gewesen, hätten die Jungen Drachen nicht wachsen und größer werden können, da ihre Haut nicht hätte mitwachsen können. Die Drachenjägerin besiegte diese Drachen, indem sie ihnen einen Pfeil durch das Maul in das Gehirn schoß, oder, bei einem besonders großen Exemplar, indem sie ihm ins Maul sprang und ihn von innen aufschlitzte. Einen anderen erlegte sie, indem sie ihm einen Sprengkörper in den Rachen warf. War ein Drache getötet, dann entstand aus seinem Inneren ein Dimensionstor, durch das Hindurch die Drachenjägerin die nächste Welt erreichen konnte, denn es war so, daß es in jeder Welt immer nur einen Drachen gab. Es gab da etwa eine nächtliche Welt voller Elfen, die auf steinernen Terrassen Gärten angelegt hatte, durch die langsam und bedächtig ein steinerner Drache wanderte, der alles niederwalzte, was sich ihm in den Weg stellte, und der von den Bewohnern dieser Welt als heilig verehrt wurde, in einer Sandwüste gab es Drachen mit giftigem Atem, in einem unwegsamen Gebirge einen gigantischen mechanischen Drachen, in einer anderen Welt wurde ein mittelalterliches Städtchen von einem fliegenden Drachen tyrannisiert, in einem Meer wohnte eine ungeheure Seeschlange, und jeder Drache war das Tor zur nächsten Welt mit dem nächsten Drachen. Einem Drachen nun, einem unverwundbaren, feuerspeienden, fliegenden Drachen hatte die Drachenjägerin die Haut abgezogen und zu Leder verarbeitet und sich daraus einen Anzug genäht. In diesem Anzug (wenn sie sich ihre Kapuze aufsetzte und ihre Schutzbrille trug) war die Drachentöterin ebenfalls unverwundbar, feuerfest -denn die Haut des feuerspeienden Drachens war natürlich feuerfest gewesen- und sie konnte fliegen. Denn Drachen fliegen nicht mit ihren Flügeln, die Flügel könnten unmöglich das ganze Gewicht eines ausgewachsenen Drachens tragen, die Flügel dienen den fliegenden Drachen nur als Steuerruder, das eigentliche Fliegen aber geschieht über ihre magische Haut.
Einmal geschah es, daß die Drachentöter in einer Welt voller Tempel und Olivenhaine landete. Es gab dort einen fürchterlichen Drachen in einer finsteren Höhle, dessen bloßer Atem jeden Menschen unrettbar schwermütig machte. In dieser Welt landete die Drachenjägerin auf einem großem Altar, auf dem gerade ein Sklave das Feuerholz aufschichtete, und die Äste flogen durch die Gegend, und die Drachenjägerin sah sich neugierig um, wo sie diesmal wieder gelandet war, und der Tempeldiener sah erstaunt, was für eine Göttin da vom Himmel gefallen war. Die beiden unterhielten sich, und der Sklave erzählte, daß er ein Findelkind war, das als Kind vor der Schwelle des Tempels ausgesetzt wurde, in diesem Tempel von den Priestern und Priesterinnen aufgezogen wurde, und daß er, seit er erwachsen geworden war, in diesem Tempel als Hausmeister arbeitete. Die Drachenjägerin erzählte ihm ihre Geschichte, und die beiden wurden Freunde.

Meine Vorliebe für Leder führte mich in der Folge in einige Geschäfte, die sich auf Kleidung spezialisiert haben, die offensichtlich weder vor den Unbilden der Witterung schützen noch für eine züchtige Bedeckung des Leibes sorgen sollen, also in Sexshops, und in einem solchen fand ich eines Tages auch einen Keuschheitsgürtel aus Leder. Diesmal hatte ich nicht sofort das Gefühl, hier handele es sich unbedingt um etwas, das ich besitzen müßte, ich nahm eher erstaunt und etwas amüsiert zur Kenntnis, daß es so etwas also auch gibt, und ich verließ den Laden, ohne etwas zu kaufen.
Nichtsdestotrotz begann die Sache, mir im Kopf herumzuspuken. Der Laden hatte den Keuschheitsgürtel angepriesen als voll funktionsfähig, freilich war es offensichtlich nicht möglich, ihn gleichzeitig anzubehalten und die Toilette zu benutzen, insofern konnte von voller Funktionsfähigkeit nur in einem sehr bescheidenen Sinn die Rede sein. Zum anderen konnte es unmöglich schwierig sein, diesen Keuschheitsgürtel zu zerschneiden und sich so zu befreien. Trotz dieser Mängel schien es mir, dieser lederner Keuschheitsgürtel sei die ultimative Steigerung einer ledernen Unterhose, und es gefiel mir, mir vorzustellen, ich würde diesen Keuschheitsgürtel tragen, und wenn ich in der folgenden Zeit masturbierte, dann oft mit dieser Vorstellung. Ich kam ein paar mal in den Laden, um zu sehen, ob der Gürtel noch da war, und ich fand und las ein Buch über historische Keuschheitsgürtel, und einmal schließlich, als ich wieder in diesem Laden stand und erleichtert war, daß der Gürtel immer noch da war und nicht jemand anders das letzte Exemplar gekauft hatte, dachte ich mir, daß es ja albern sei, jeden Monat oder alle zwei Wochen in diesen Laden zu kommen und nachzuschauen, ob der Gürtel noch da sei: gescheiter wäre es doch, den Keuschheitsgürtel einfach zu kaufen und keine Angst mehr haben zu müssen, er könnte eines Tages ausverkauft sein. Daheim könnte ich ihn ja dann in der tiefsten Ecke meines Kleiderschrankes verstecken und mir in Ruhe überlegen, was ich mit diesem Ding anstellen sollte. Also nahm ich allen meinen Mut zusammen, und ging mit dem Teil und einem klopfendem Herzen zur Kasse, versteckte es tief in meinem Rucksack, ging nach Hause und kam mir unbeschreiblich albern und lächerlich vor. Daheim probierte ich dann beide Schlösser, mit denen der Gürtel gesichert war, dreimal aus, ob sie auch wirklich funktionierten und nicht auf einmal die Schlösser sich nicht mehr öffnen ließen, und dann zog ich ihn an. Schwer zu beschreiben, was ich dann empfand. Ein bißchen war ich enttäuscht, weil eigentlich nichts aufregendes passierte: kein Blitz schlug ein, nur ich stand da und hatte eine ziemlich sonderbare Unterhose an und wußte nicht recht, was ich jetzt anfangen sollte. Andererseits war es irgendwie noch einen Tick durchgedrehter als das erste Mal, als ich eine Lederhose anprobierte, und es war sehr aufregend. Die Hände zitterten mir, und ich fühlte mich ganz wirr. Ich beschloß, den Gürtel so lange wie möglich anzubehalten, und irgend etwas zu unternehmen, um die Zeit zu vertreiben, ein Buch zu lesen oder das dreckige Geschirr abzuwaschen oder fernzusehen, ich mußte allerdings feststellen, daß ich mich auf nichts konzentrieren konnte, und schließlich lag ich auf dem Bett und versuchte, zu masturbieren, was mir auch gelang. Ich kam zwar tatsächlich nicht an mein Geschlecht heran, solange ich den Keuschheitsgürtel trug, aber die Berührung durch das Leder hindurch reichte mir aus, um mich zu befriedigen. Obwohl der so erzielte Orgasmus ziemlich überwältigend war, war ich hinterher ziemlich enttäuscht und zog den Gürtel sofort wieder aus und versteckte ihn im Schrank.
In dieser Nacht masturbierte ich erneut und stellte mir dabei vor, ich würde den Gürtel tragen. Am nächsten Morgen, nach dem Aufwachen, war ich, wie meistens nach dem Aufwachen, wieder geil, hielt mich aber zurück, ging zum Schrank (nachdem ich vorher noch bei der Toilette vorbei geschaut hatte), holte den Keuschheitsgürtel wieder hervor und zog ihn an. Dann frühstückte ich, dann zog ich den Rest meiner Kleider an. Ich packte die Schlüssel ein und verließ das Haus. Ich stellte fest, daß ich, es sein mußte, lange genug darauf verzichten konnte, die Toilette aufzusuchen, daheim zog ich dazu dann den Gürtel aus und hinterher wieder an, und ich schaffte es diesmal, nicht zu masturbieren, und am nächsten Tag ließ ich dann die Schlüssel daheim.
Von da an gewöhnte ich mir an, tagsüber immer den Keuschheitsgürtel zu tragen, manchmal mit den Schlüsseln in Reichweite, manchmal ohne, wenn ich nur kurz unterwegs war. Am Anfang machte ich eine Ausnahme während meiner Regel, weil ich während dieser Zeit nicht vermeiden konnte, öfter eine Toilette aufzusuchen, und das Auf- und Zuschließen des Gürtels mir eine ziemlich zeitraubende Angelegenheit zu sein schien. Später gewöhnte ich mich daran. Manchmal trug ich den Gürtel auch nachts, aber nicht immer. Ich schaffte es nicht immer, mir das Masturbieren zu untersagen, aber manchmal schaffte ich es, morgens nicht zu masturbieren und dann den ganzen Tag den Keuschheitsgürtel zu tragen. Der konnte zwar das Masturbieren nicht verhindern, aber er erschwerte es mir psychologisch: wenn ich mich zwischen den Beinen berührte und dort das Leder spürte, hielt ich einen Moment inne und dachte darüber nach, ob ich das jetzt wirklich wollte. Mit der Zeit erschöpfte sich dieser Effekt allerdings, und ich fing an, gedankenlos zu masturbieren, während ich den Keuschheitsgürtel trug, und mit der Zeit wurde das Leder an dieser Stelle ziemlich aufgescheuert, abgesehen davon, daß der Keuschheitsgürtel ohnehin stark unter dem ständigen Tragen litt.
Natürlich wußte ich auch, daß die Keuschheitsgürtel ursprünglich einmal aus Metall bestanden. Ich dachte zuerst, solche metallenen Keuschheitsgürtel gebe es nur noch im Museum, und frei verkäuflich wären nur noch solche Keuschheitsgürtel aus Leder, wie ich einen besaß. Dann aber stolperte ich über die Abbildung eines modernen metallenen Keuschheitsgürtels. Ich dachte, so etwas gibt es höchstens in irgend welchen obskuren Läden in New York oder San Francisco, aber ich begann, mich kundig zu machen, und schließlich fand ich heraus, wo es solche Gürtel gab und wo ich einen hätte bestellen können.
Wiederum dauerte es eine ganze Weile, ehe ich mich zum Kauf entschließen konnte. Ich ertappte mich dabei, wie ich darauf achtete, daß auf meinem Girokonto immer ein ausreichender Betrag übrig blieb, so daß ich mir jederzeit einen solchen Keuschheitsgürtel aus Edelstahl hätte leisten können. Schließlich wurde mein Lederkeuschheitsgürtel so zerschlissen, daß er allmählich begann, unbrauchbar zu werden, und als er schließlich so einriß, daß das eine Schloß sich nicht mehr richtig befestigen ließ, bestellte ich einen neuen aus Stahl.
Der neue Gürtel ließ ziemlich lange auf sich warten, und anfangs fühlte ich mich seltsam, keinen Keuschheitsgürtel mehr zu tragen. Dann gewöhnte ich mich wieder halbwegs an das Gefühl, meine Unterhose abstreifen zu können, ohne vorher zwei Schlösser öffnen zu müssen, aber ich wartete trotzdem ungeduldig auf den neuen Gürtel. Dann dachte ich nicht mehr jeden Tag daran, dann vergaß ich ihn fast. Und dann kam er.
Wieder probierte ich erst mehrere Male, ob das Schloß wirklich funktionierte und ob sich der geschlossene Gürtel auch wirklich öffnen läßt. Dann zog ich ihn an. Zuerst fand ich ihn erträglich, nach ein paar Stunden unangenehm, dann dachte ich, ich könnte ihn unmöglich längere Zeit tragen, ohne mich an ihm wundzuscheuern. Nach einigen Tagen und Wochen stellte ich dann fest, daß das keineswegs der Fall war. Es schadete mir nicht, den Gürtel zu tragen, und es war zwar unbequem, aber das Unbequeme daran wurde im Lauf der Zeit nicht schlimmer. Bestimmte Bewegungen waren unmöglich oder schmerzhaft, tief einatmen unmöglich und sich hinsetzen mußte sorgsam geschehen, aber nach einer Weile vermied ich ohne Überlegen bestimmte Bewegungen, wunderte mich nicht, daß ich nicht tief einatmen konnte, und setzte mich sorgsam hin. In gewisser Weise war der neue Gürtel sogar bequemer als der alte, denn schließlich mußte ich ihn nicht jedesmal öffnen, wenn ich auf die Toilette wollte, ich brauchte ihn überhaupt nicht mehr zu öffnen. Anfangs trug ich ihn nachts nicht, aber nachdem ich ihn einige Wochen jeden Tag getragen hatte, probierte ich auch, darin zu schlafen, und nach einigen Unbequemlichkeiten gewöhnte ich mich auch daran.
Anfangs hielt ich es so, daß ich den Gürtel zum masturbieren auszog -in dem Gürtel zu masturbieren war unmöglich- aber dann wollte ich wissen, wie lange ich es ununterbrochen in dem Gürtel aushalten würde, und ich deponierte die Schlüssel in einem Schließfach. Und dort blieben sie auch eine Weile. Irgendwann hielt ich es dann doch wieder nicht aus und holte sie wieder ab und dachte mir, daß ich ja schließlich bescheuert sei, mich selber der Freuden der Selbstbefriedigung zu berauben.
Vielleicht möchte nun der eine oder die andere wissen, warum und wozu ich das eigentlich machte. Das ist schwierig zu erklären. Es ist überhaupt nicht so, daß ich masturbieren irgendwie für sündhaft halte oder irgend so einen Quatsch. Aber irgendwie fühlte ich mich mit meinem Keuschheitsgürtel stark und unverwundbar, und ich stellte mir vor, wie sich unter dem Metallband in meiner unberührten Vagina eine ungeheure, allmächtige Energie ansammelte. Wenn ich mit anderen Menschen sprach, fühlte ich mich ungeheuer überlegen, schließlich trug ich einen Keuschheitsgürtel, und sie nicht. Und wenn ich morgens aufwachte und geil war, hatte ich zwar keinen Orgasmus mehr, aber ich spürte eine wilde, unbändige Lust, die mich reichlich entschädigte. Ich weiß nicht, ob das überzeugend klingt; vielleicht bin ich ja verrückt, aber ich kann es nicht besser erklären, und ich kann mich nicht ändern.

Dann verliebte ich mich. Er hieß Samuel, er arbeitete als Zivildienstleistender bei uns, und er war drei Jahre jünger als ich. Er hatte eine wunderschöne tiefe beruhigende Stimme und einen wunderschönen Mund, und was er sagte, war ebenfalls entzückend. Ein vernünftiger Mensch hätte nun seinen Keuschheitsgürtel abgelegt und im hintersten Winkel versteckt, denn nichts deutete darauf hin, daß er irgend ein Interesse an derartigen Bizarrerien hatte, und schließlich wäre ja nichts peinlicher, als ihm sagen zu müssen "ich liebe dich, aber wir können im Moment leider nicht miteinander schlafen, weil ich die Schlüssel zu meinem Keuschheitsgürtel daheim habe liegen lassen". Es war schließlich schlimm genug, daß ich in meinem Alter immer noch Jungfrau war, und es genügte, wenn er mich nur für ein bißchen verrückt hielt, er mußte mich ja nicht gleich für völlig verrückt halten. Ihm zuliebe hätte ich auch gerne auf alle Perversionen verzichtet. Leider aber war es so, daß ich mich schon früher ein paarmal unglücklich verliebt hatte, und nun wollte ich nicht schon wieder das gleiche durchleben, Hoffen und enttäuscht werden. Folglich beschloß ich, daß ich nicht verliebt sei. Und folglich konnte ich an meinem bisherigen Lebenswandel nichts ändern, denn das hieße ja einzugestehen, daß ich mich doch verliebt hätte, und daß ich mir eben doch Hoffnungen machen würde, Samuel könnte meine Gefühle erwidern. Also traf ich Samuel, ging mit ihm ins Kino und essen, war nicht verliebt, machte mir keinerlei Hoffnungen, sah in ihm nur einen guten Freund, behielt meine Hosen aus Edelstahl an und litt fürchterlich.
Ich hatte auch die abergläubische Vorstellung: im Leben kommt es nie so, wie man denkt. Wenn ich mir nun ausmale, wir beide würden zusammen kommen, dann würde es nicht geschehen. Wenn ich aber fest davon überzeugt wäre, daß wir nicht zusammen kommen würden, dann würde er sich ja vielleicht doch in mich verlieben, weil das ja dann überraschend wäre und nicht das, was ich erwartet und mir vorgestellt hatte (so, wie an einer Haltestelle der Bus erst dann kommt, wenn man aufhört, an ihn zu denken, und über etwas anderes nachdenkt).
Schließlich waren wir eines Abends bei mir auf meinem Zimmer und unterhielten uns, und dann unterhielten wir uns nicht mehr, sondern sahen uns nur noch tief in die Augen, und dann dachte ich, Scheiße, gleich wird er mich küssen, aber ich habe doch noch diesen verfluchten Gürtel an, und dann küßte er mich, und wow, das war so schön, daß ich für einen Moment meine Sorgen vergaß. Und dann küßte ich ihn und dann küßte er mich und dann ließen wir uns auf mein Bett fallen und umarmten uns, und es war wunderschön, und ich dachte, verdammte Scheiße, was mache ich nur? Ich muß unauffällig an den Schlüssel in meiner Schublade heran, und dann muß ich im Bad verschwinden und das Ding loswerden und in dem Kübel mit der Schmutzwäsche verstecken, aber was denkt er sich, wenn ich einen Schlüssel aus meinem Rucksack hole und im Bad verschwinde, am besten, ich nehme den ganzen Rucksack mit, das erregt weniger Verdacht, und in diesem Moment hatte er seine Hand unter meinem Pullover, vermutlich ursprünglich in der Absicht, an meine Brüste heranzukommen, und dabei stieß er auf den Keuschheitsgürtel und betastete ihn, das Band um die Taille, den Verschluß, das Schloß, alles aus kaltem Stahl. Er sah mich ein wenig fragend an und schob mir den Pullover hoch. Ich hätte vor Scham im Boden versinken können und wurde wahrscheinlich rot. "Darf ich?" fragte er und knöpfte meine Hose auf. Ich brachte kein Wort heraus, aber er konnte mir die Hose nicht ausziehen, solange ich ihm nicht half und den Hintern hob. Also begnügte er sich damit, die Teile des Keuschheitsgürtels, die er bei aufgeknöpfter Hose sehen konnte, zu betrachten und zu bestaunen. "Was ist das?" fragte er, eine Frage, die sich ihm aufdrängen mußte. "Das ist ein Keuschheitsgürtel" antwortete ich, denn um noch überzeugend lügen zu können, ging mir zu viel durch den Kopf. Ich zog jetzt selbst die Hose aus, so daß er den Gürtel in seiner ganzen Pracht bewundern konnte, und ergänzte "keine Angst, ich habe auch den Schlüssel." Ich holte den Schlüssel und öffnete den Gürtel. Er war ziemlich neugierig, und ich mußte ihm genau zeigen, wie der Gürtel funktionierte. Dann stellte er eine weitere naheliegende Frage, die ich gefürchtet hatte: "und warum trägst du so was?" "Wahrscheinlich, weil ich irgendwie pervers bin. Ich weiß nicht." "Und wie lange trägst du das Ding jetzt schon?" "Den hier seit ungefähr einem halben Jahr. Davor hatte ich einen anderen aus Leder." "Und hast du schon einmal den Schlüssel jemand anders ausgehändigt?" "Nein. Ich habe überhaupt noch nie mit einem Mann geschlafen." "Oh Mann, du bist eine Nummer." "Hältst du mich jetzt für verrückt?" "Nein, ich finde, du bist eine außergewöhnliche Frau. Und das ist doch etwas tolles, oder?" Und dann schliefen wir miteinander, und ich wachte in seinen Armen auf.
Wir zogen uns geschwind an, ich wählte an diesem Tag eine gewöhnliche Unterhose, frühstückten und verabredeten uns für den kommenden Abend. Dann gingen wir unsere Wege, und er küßte mich noch einmal.
Den ganzen Tag über hatte ich schreckliche Angst, was er wohl von mir denken würde, und ich war überzeugt, daß er nicht bei mir bleiben würde. Am Abend fragte er mich dann weiter über den Gürtel aus: er konnte es offensichtlich nicht so recht fassen und begreifen. Von da an trafen wir uns jeden Abend, und ich hörte auf, den Keuschheitsgürtel zu tragen. Bis er mich fragte, warum ich ihn denn jetzt nicht mehr trüge, ihm würde es nichts ausmachen, solange ich den Gürtel ablegte, wenn wir miteinander schliefen. Ich fragte ihn, ob er mir den Gürtel anziehen wolle. "Warum nicht?" sagte er. Wir wollten an diesem Abend ins Theater gehen, und ich hatte mich gerade umziehen wollen. Er legte mir den Gürtel an und schloß ihn ab und hielt den Schlüssel in der Hand. "Und was machen wir jetzt damit?" fragte er. "Möchtest du ihn heute abend für mich aufbewahren?" "Okay."
So gingen wir ins Theater, ich trug unter meinen Kleidern den Gürtel, und er hatte den Schlüssel einstecken, und als wir wieder heimkamen, fielen wir übereinander her, er schloß mich auf, und wir taumelten ins Bett. "Das können wir ruhig öfter machen" sagte er später. "Wenn du willst, können wir das ab jetzt immer machen" sagte ich zu ihm. Seither verwahrt er die Schlüssel.

Anhang A
Vielleicht interessiert es ja jemanden, was die Drachenjägerin dem Tempeldiener erzählte. Sie erzählte ihm folgendes:
Vor langer, langer Zeit einmal gab es einen Krieger, der an einem Aufstand gegen den König teilnahm. Es zeigte sich aber, daß die Truppen des Königs weitaus zahlreicher waren als die Truppen der Aufständischen, und so flohen die Aufständischen und verteilten sich in alle Himmelsrichtungen. Und am Ende blieb nur noch ein kleiner Haufen von Kadern übrig, die beschlossen, den Kampf vorläufig aufzugeben und sich zurückzuziehen. Und der Krieger hielt ihnen vor, daß sie dem König erklärt hatten, ihn in der großen Ebene treffen zu wollen. Die übrigen Kader erklärten, die Situation habe sich seither gewandelt, vom ganzen Heer der Aufständischen seien nur noch sie, kaum ein Dutzend, über, das Heer des Königs aber betrage wohl mehrere zehntausend Mann. Sie wollten ins Ausland fliehen und von dort ihre Rückkehr vorbereiten, alles andere sei sinnlos. Der Krieger aber bestand darauf, den König in der großen Ebene zu treffen, und als niemand bei ihm bleiben wollte, schenkte er sein Pferd einem von denen, die fliehen wollten, der sein Pferd verloren hatte, und er zog zu Fuß dem König und seinem Heer entgegen.
Am festgesetzten Tag erschien auf der großen Ebene das Heer des Königs mit mehr als achtzigtausend Mann, bestehend aus nicht weniger als zwanzigtausend Reitern, dreißigtausend Mann Fußvolk, fünfundzwanzigtausend Bogenschützen, dazu kamen große Wurfmaschinen, Kampfwagen und fahrbare Kampftürme, und das Heer nahm den halben Horizont ein. Und es erschien der Krieger. Ein Herold ritt vor, der den Krieger für einen Herold des feindlichen Heeres hielt, und fragte ihn, wo denn das Heer der Aufständischen bleibe. "Ich bin das Heer der Aufständischen." "Du allein?" "Ich allein." Der Herold ritt zurück zum König, um ihm zu berichten. Der König mit seinen Heerführern und Beratern, seiner Leibgarde und seinen Elitetruppen rückte etwas näher an den Krieger heran, bis sie auf Rufweite waren, und dann rief der König: "Bist du gekommen, um dich zu ergeben?" "Nein, ich bin gekommen, um mit dir und deinem Heer zu kämpfen und dich zu besiegen und dich noch vor dem Ende des Tages zu töten?" "Du allein?" "Ich allein." Ein Ratgeber beugte sich zu dem König und meinte, es wäre gut, einen so tapferen Mann für die eigenen Reihen zu gewinnen, und der König sagte zum Krieger: "Ich bin bereit, dir Verzeihung zu gewähren und ich in meinen Reihen aufzunehmen und dich zu einem großen Mann zu machen in meinem Reich. Willst du das?" "Nein, ich bin gekommen, um mit dir und deinem Heer zu kämpfen und dich zu töten. Wie lange willst du noch Worte statt Taten sprechen lassen? Fürchtest du dich etwa vor dem Kampf?" Darauf hin ließ der König das Signal zum Angriff blasen. Nun ging der Krieger dem Heer des Königs entgegen, direkt auf den König zu. Und der Anführer der vordersten Reihe der Bogenschützen gab das Signal, und einige der Bogenschützen schossen ihre Pfeile auf den Krieger, und einige trafen ihn. Der Krieger sank auf die Knie, und mit letzter Kraft warf er sein Schwert in Richtung des Königs, es blieb aber einige Schritte vor dem Pferd des Königs im Boden stecken, und der König erbleichte, und der Krieger starb.

Wenn aber ein Mensch in seinem Leben sich durch außergewöhnliche Tapferkeit ausgezeichnet hat, dann geschieht es einmal in einem Weltalter, daß die Götter erlauben, daß er als Drachenjäger wiedergeboren wird.

Und in einem kleinen Dorf am Rande der großen Wüste kam eines Abends, als die Männer sich alle um das Feuer versammelt hatten, um Sngg zu rauchen, aus der Dämmerung ein alter Mann, mit einem seltsamen Hut, der eine Hälfte seines Gesichts verdeckte (aber manche berichte, sie hätten einen Blick unter den Rand des Hutes erhaschen können, und der Mann habe in seinem seltsam weißen Gesicht nur ein Auge gehabt), und er grüßte die Männer und setzte sich zu ihnen ans Feuer und nahm seine Tasche vom Rücken und stellte sie zwischen die Knie. "Ich habe gehört", begann er, "in Tsslnl, eurem Nachbardorf einen halben Tag von hier entfernt lebte ein Drache." Niemand widersprach, sie alle hatten von dem Drachen gehört, und niemand beneidete die von Tsslnl um ihn; selten kam er bis hierher. "Und in diesem Dorf ist heute ein Kind geboren worden" "Ja, Herr. Meine Frau hat heute morgen eine Tochter zur Welt gebracht." "Gesegnet sei euer Dorf: einer aus eurem Dorf wird eines Tages den Drachen töten. Dies hier ist für ihn bestimmt, mein Geschenk für ihn, bewahrt es auf, bis es gebraucht wird." Und der seltsame Fremde holte mit seinen Händen, die ebenso weiß waren wie sein Gesicht, ein schmales krummes Schwert aus seiner Tasche, legte es auf einen freien Platz und erhob sich. "Aber woran sollen wir den Drachentöter erkennen?" wagte einer zu fragen. "Bewahrt dieses Schwert auf: der Drachentöter wird es sich nehmen, wenn es an der Zeit ist." sagte der Unbekannte und wurde von der Dämmerung verschluckt.
Von da an bewahrten die Dorfbewohner das fremde Schwert in ihrem Tempel neben den anderen Götterbildern auf. Das Mädchen aber, das an jenem Tag geboren worden war, wurde anders als die anderen Mädchen, raufte sich mit den stärksten Buben und verkündete jedem, sie werde dereinst einmal den Drachen töten. Schließlich ermahnte ihr Vater sie ernsthaft, sie solle solche lästerlichen Reden unterlassen, der unbekannte Gott habe bestimmt nicht sie gemeint, und wenn sie sich weiter so benehme, werde sie einmal keinen Mann bekommen. Daraufhin sprach das Mädchen nicht mehr von dem Drachen, sie fuhr aber fort, sich mit Stöcken im Fechten und im Bogenschießen zu üben und lernte, wie die Lanze geschwungen wird, und wenn sie im Tempel war, hatte sie nur Augen für das Schwert. Und als sie volljährig war und ihr Vater sich große Sorgen machte, weil sich kein Bräutigam für sie finden lassen wollte, packte sie nachts ihre Habseligkeiten, ging in den Tempel, nahm das Schwert, das dort zwölf Jahre lang auf sie gewartet hatte, und zog los, um den Drachen zu töten.

Anhang B
Wie Leder beschaffen sein muß:
Schwarz natürlich. Glatt sollte es sein, so glatt wie möglich; oder andernfalls ganz rauh. Und dünn und eng sollte alles sein, was daraus gemacht ist, nicht wie diese schweren Lederjacken für Motorradfahrer. Das einzige, was dick und schwer sein muß, sind die Schuhe. Am besten sind Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen (zur Arbeit trage ich meistens leichte Schuhe; schwere Arbeitsschuhe trage ich nur in meiner Freizeit). Hosen müssen eng und zum Zuknöpfen sein, ohne Reißverschluß (gut, Ausnahmen müssen natürlich sinnvollerweise erlaubt sein, meine Lieblingshose hat einen Reißverschluß). Ärgerlich nur, daß sich ein Keuschheitsgürtel in einer sehr engen Hose kaum verbergen läßt, besonders die beiden Ketten am Hintern zeichnen sich zu deutlich ab. Wäre es nicht so, wäre die Welt vollkommen.
Nieten sind albern, lenken bloß vom Leder ab. Zwei meiner Lieblingsteile sind eine Krawatte aus schwarzem Leder, die mir ausgezeichnet steht, und eine Ballonmütze aus schwarzem Leder. Einmal habe ich ein Mieder aus schwarzem Leder gesehen, daß aber auf dem Rücken geschnürt wurde, und ich wußte nicht recht, wie ich das allein hätte bewerkstelligen sollen.
Miniröcke aus Leder haben den Nachteil, daß sie den größten Teil der Beine nicht mit Leder bedecken. Mit hohen Stiefeln läßt sich das teilweise ausgleichen, aber Hosen sind besser.
Leder riecht anders als alles andere auf der Welt.
Leder muß gut gepflegt werden, schließlich soll es lange halten. Dafür hält es auch viel aus. Es gibt zwei Sorten Leder: die eine sieht nie wieder so gut aus wie am ersten Tag, und die andere sieht immer besser aus, je älter sie wird.
Wenn ich reich bin, kaufe ich mir ein Sofa und einen Bettbezug aus schwarzem Leder.
Ich habe gehört, ein Mann hat sich einen Sessel mit der Haut eines Walpenis beziehen lassen. Eine Montur aus dem Leder aus der Haut von lauter Menschenpenes wäre natürlich auch nicht schlecht.

Anhang C
Das Ende der Geschichte der Drachenjägerin:
Nachdem sie viele Welten gemeinsam durchwandert hatten, landeten die Drachenjägerin und der ehemalige Tempelsklave namens N-On auf einer glatten weißen Ebene, auf der nichts zu sehen war außer einem ganz weißen Schloß. Die Drachenjägerin bat N-On, vor dem Schloß auf sie zu warten, da es sich möglicherweise um die Höhle des hiesigen Drachens handeln könnte, und sie deshalb das Schloß lieber nur allein betreten wolle. Sie setzte ihre Schutzbrille auf und ging hinein.
Drinnen waren riesige Säle mit riesigen Säulen, die riesige Kuppeln trugen, untereinander mit Gängen und Treppen verbunden, und alles war weiß. Und nachdem sie durch eine endlos scheinende Reihe von diesen Sälen gewandert war, fand die Drachenjägerin einen weißen Saal mit einer weißen Treppe, die zu einem weißen Thron führte, auf der ein weißgekleideter Mann saß, mit einem ebensolchen Schwert, wie die Drachenjägerin eines besaß. "Wer bist du?" fragte die Drachenjägerin. "Ich bin der König der Drachen, der Drache aller Drachen", sagte der Mann, "und du bist die Drachenjägerin." "Ja, das stimmt." "Aber was hast du denn mit deinen Haaren gemacht? Du solltest doch ganz schwarz sein, schwarz gekleidet, von schwarzer Hautfarbe und mit schwarzen Haaren, wie es sich für das Böse gebührt?" "Ach, die blonden Haare, das ist eine lange Geschichte, das passierte auf der Welt der singenden Steine, wo ich den Rubindrachen getötet habe. Aber wieso 'wie es sich für die Kräfte des bösen gebührt'? Das verstehe ich nicht." "Die Drachen sind etwas heiliges, göttliches, das niemand töten darf, ohne Frevel auf sich zu laden. Du aber hast alle Drachen getötet bis auf mich, und ich werde jetzt dich töten, weil du die Verkörperung des Bösen bist und ich ein Symbol des Guten, und so ist es seit langer Zeit vorherbestimmt." "Ich fürchte, ich kann dir nicht ganz folgen. Die Drachen, denen ich begegnet bin, waren alles andere als nett, sie haben Menschen gefressen und Jungfrauen entführt, die Ernten vernichtet und Luft, Wasser und Boden vergiftet. Es sollte mich wundern, wenn diese Viehcher sich als Symbole des Guten entpuppen würden." "Du bist eben nicht fähig, diese Dinge anders als von einem menschlichen Standpunkt zu betrachten, und vermagst die Dinge nicht so zu sehen, wie sie wirklich sind um vom Standpunkt der Götter aus erscheinen. Es ist aber so, wie ich sage, und wir werden jetzt miteinander kämpfen, und ich werde dich töten." "Das ist aber sehr schade, denn ich kämpfe nur ungern mit Menschen und möchte nicht gerne jemandem den Kopf abschlagen müssen, der mir bis jetzt nichts anderes getan hat, als mich zu beleidigen." "Wenn du dich mit mir schlägst, kämpfst du nicht mit einem Menschen, sondern mit einem Drachen. Ich bin der einzige Drache, der aussieht, wie ein Mensch, ich bin aber trotzdem ein Drache, und entweder tötest du mich oder ich dich." sagte der Drachenkönig, nahm sein Schwert in die Hand, erhob sich und stieg die Treppe hinab. Unten angekommen, ging er auf die Drachenjägerin los, und beide begannen, miteinander zu kämpfen. "Wenn ich aber, wie du sagst, die Verkörperung des Bösen bin und alle Drachen bis auf dich getötet habe, warum haben die Götter dann überhaupt zugelassen, daß ich geboren wurde? Warum haben sie mich eine Drachenjägerin werden lassen und mir sogar mein Schwert gegeben?" fragte die Drachenjägerin. Darauf wußte der Drachenkönig keine Antwort, er war einen Moment lang unachtsam, und die Drachenjägerin schlug ihm den Kopf ab. Der Drachenkönig verwandelte sich in ein Dimensionstor, das zur Welt der Götter führt. Und die Götter begrüßten die Drachenjägerin und sagten: "Du hast alle Drachen getötet und bist nun eine von uns." Sie aber sagte: "Ich möchte lieber wissen,
[Unvollendet]


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