3. Wahrscheinlichkeitsrechnung
1. Soziologie
Ich hatte Susanne lange nicht mehr gesehen; und als ich zusammen mit Christine (die ich nun auch schon eine Weile nicht mehr gesehen hatte) die Treppe emporstieg, hoch zu ihrer Stimme in einem unbekannten, von uns unbetretenen Stockwerk, versuchte ich mir auszumalen, was uns wohl erwarten würde, und war etwas nervös angesichts des Unbekannten, Fremden. Im dritten Stock fanden wir zu ihrer Stimme, die uns unten an der Haustür begrüßt hatte, ihr Gesicht: unverkennbar noch das alte, aber inzwischen nicht mehr von den wilden Locken ihrer Schulzeit eingerahmt, inzwischen trug sie kurze Haare. Sie bat uns herein. Die Wohnung war hell und aufgeräumt, ganz im Gegensatz zu den dunklen Zimmern, in denen sich allerlei Kleinigkeiten zu alleatorischen Stillleben (Stilleben nach alter Rechtschreibung) angesammelt hatten, in denen sie früher gewohnt hatte. Sie stellte uns ihren Freund vor, neiderregend gutaussehend, aber etwas schweigsam, der dann wieder in einem anderen Zimmer verschwand. Severin war sein Name, seine Eltern mußten einen hochtrabend albernen altmodischen Geschmack gehabt haben. Nachdem wir Zimmer, Freund und Möbel begutachtet hatten, kehrten wir ins Wohnzimmer zurück und verteilten uns auf Sofa und Sesseln.
Kurz darauf kam ihr Freund und servierte Gebäck. Susanne fragte uns, was wir trinken wollten, und nach einem kurzen Austausch von Höflichlichkeitsfloskeln einigten wir uns auf Tee. Susanne blickte Severin an, und der verschwand wieder in der Küche.
Als nächstes mußte dann jede von uns erzählen, wie weit sie es mit Beruf und Familie gebracht hatte. Zum Glück brauchte ich mich meiner Leistung nicht zu schämen: ich hatte einen halbwegs gut bezahlten Beruf (keinen typischen Frauenberuf, was bedeutete, daß er leistungsgerecht bezahlt wurde) und war verheiratet. Severin brachte den Tee herein, goß uns ein und blieb dann mitten im Raum stehen (oder nicht mitten im Raum, eher in der Nähe einer der Türen), ohne Anstalten zu machen, sich zu uns zu setzen. Christine fragte ihn, was er arbeite: „Ich bin den ganzen Tag zu Hause“sagte er. „Zum Glück kann ich uns beide ernähren“ sagte Susanne. „Setz dich doch, du machst mich nervös“, sagte ich, mit jenem scherzhaften Ton, der einem Vorwurf gegenüber einem noch neuen Bekannten das Unhöfliche nehmen soll. Severin schien mir Susanne fragend anzublicken, diese nickte leicht mit dem Kopf, und Severin setzte sich auf eine Stuhlkante, mit streng aufgerichtetem Rückgrat. Ich muß wohl etwas fragend oder verwirrt geschaut haben, denn Susanne lächelte und sagte: „vielleicht sollte ich euch erst einmal die Beziehung zwischen mir und Severin erklären, ehe ihr euch über uns wundert.“
Sie lehnte sich auf dem Sofa zurück und begann:
„Die Beziehung zwischen mir und Severin ist ein bißchen anders als ihr euch vielleicht gedacht habt. Er ist nicht mein Freund oder mein Lebensgefährte, sondern mein Diener, man kann auch sagen, mein Sklave. Er hat sich freiwillig verpflichtet, mir in allem zu gehorchen, und seither ist er mein Eigentum.“
Nach einem kurzen Moment der Verwunderung fragte Christine: „Was heißt das?“
„Naja, seine Aufgabe besteht darin, sich um den Haushalt und andere einfache Arbeiten zu kümmern, also Kochen und Waschen und Aufräumen und so, er verwaltet auch meinen ganzen Schriftkram und füllt meine Steuererklärung und solches Zeugs aus, oder er ruft beim Kino an, um für mich eine Karte zu reservieren. Außerdem ist er für meine sexuelle Befriedigung zuständig, und er wäscht mir die Haare oder rasiert meine Beine. Manchmal, wenn ich viel zu tun habe, bringe ich ihm auch einige leichtere Fälle aus dem Büro mit.“ Sie überlegte einen Moment. „Insgesamt ist er natürlich ein ziemlich teures Vergnügen, und wahrscheinlich würde ich ihn effektiver einsetzen, wenn ich ihn richtig arbeiten gehen schicken würde. Aber ich denke, das ist ein Luxus, den ich mir leisten kann. Es ist mir lieber, wenn er daheim bleibt. Wenn ich ihn unbewacht aus dem Haus ließe, wäre er kaum noch zu kontrollieren.“ „Wieso kaum noch zu kontrollieren?“ fragte ich und versuchte vorsichtig, zu Severin hinzuschielen, ohne ihn direkt anzustarren. „Naja“, sagte Susanne, „das beste an der Sache ist, das, was mir, ehrlich gesagt, am meisten Spaß dabei macht, daß ich ihm jede eigene Form von Sexualität verbiete. Ich würde sagen, es würde mich sehr wundern, wenn er es in den letzten zwei Jahren geschafft haben sollte, eine nackte Frau zu sehen. Seit zwei Jahren hat er keine nackte Frau mehr gesehen. Und ich meine jetzt nicht nur, daß er nicht live irgend eine nackte Frau gesehen hat, sondern auch nicht irgendwo in einer Zeitschrift oder im Fernsehen oder auf einem Plakat. Das war nicht ganz einfach zu erreichen. Ihr glaubt zum Bispiel nicht, wie viele nackte Frauen etwa in Frauenzeitschriften auftauchen, fast so viele wie in einem Männerwichsblatt, oder wie viele Nackte im Fernsehen zur besten Sendezeit selbst bei den Öffentlich-Rechtlichen kommen. Deshalb habe ich den Fernseher und alle meine Zeitschriften oder dementsprechenden Bücher im Schlafzimmer aufbewahrt, das ich immer abschließe, ehe ich das Haus verlasse, und gereinigt wird das Schlafzimmer nur unter meiner Aufsicht. Zu lesen bekommt er nur Zeitschriften und Zeitungen, die ich vorher gefiltert habe. Beim Einkaufen ist das ein bißchen umständlicher: schließlich gibt es auf der Straße überall Werbeplakate oder Schaufensterdekorationen mit entsprechndem Inhalt, wir haben deshalb vereinbart, daß er, wenn wir auf der Straß laufen, die Augen stets gesenkt halten muß, und wenn wir im Supermarkt am Zeitschriftenstand vorbeigehen, muß er in die andere Richtung schauen. Vielleicht ist er sogar der einzige Mann in ganz Deutschland, der seit zwei Jahren keine weibliche Brust mehr gesehen hat, weder in Natura noch als Reproduktion. Bekleidete weibliche Brüste hat er in den letzten zwei Jahren allerdings schon ein paar gesehen, insbesondere meine zwei. Was das Beste daran ist: ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein Spaß es ist, nach Hause zu kommen, ins Bad zu verschwinden und mich besonders verführerisch zurecht zu machen, so daß viel von meinem Körper unter meiner Kleidung zu sehen ist und viel zu ahnen, aber nichts ganz zu sehen. Das einzige, was mich dabei ärgert, ist, daß ich ihm am Anfang unserer Beziehung erlaubt habe, mich nackt zu sehen. Das allergroßartigste nämlich fände ich es, wenn er mich noch überhaupt nie nackt gesehen hätte und sich vor Sehnsucht verzehren würde, endlich zu erfahren, wie diese hier“ und sie schob mit ihrer rechten Hand ihre linke Brust zusammen „aussehen; aber letztendlich, ich denke, er verzehrt sich auch so vor Sehnsucht.“
Ich dachte einen Moment nach, dann fiel mir ein Widerspruch in ihrem Berich auf, und ich fragte: „Aber hast du nicht vorhin gesagt, daß er auch für deine, wie sagtest du, sexuelle Befriedigung, zuständig sei, oder habe ich dich da falsch verstanden? Muß er dich da nicht nackt sehen, oder schlaft ihr immer nur im Dunkeln miteinander?“ „Nein, im Dunkeln schlafen wir nicht miteinander, wir schlafen überhaupt nicht miteinander, so, wie du dir das vielleicht vorstellst. Erstens einmal verbinde ich ihm vorher immer die Augen, das heißt, technisch gesprochen, ich setzte ihm meistens eine Maske auf. Außerdem dringt er niemals in mich ein. Er befriedigt mich immer mit den Händen oder mit der Zunge, je nachdem, worauf ich gerade Lust habe, oder mit einem Dildo.“ „Tut mir leid, wenn ich so indiskret frage, es geht mich ja eigentlich nichts an, und du mußt mir ja auch nicht antworten, aber was ist mit ihm? Was hat er eigentlich davon?“ „Nun, er ist halt so pervers, daß er sich dieses Schicksal selbst ausgesucht hat. Er hat mich sogar angefleht, ich solle ihn so behandeln, wie ich ihn jetzt eben behandle. Also, er kann sich eigentlich nicht beklagen, genau so hat er es gewollt. Oder falls du seine sexuelle Befriedigung meinst: die findet eigentlich nicht statt, so gut wie nicht jedenfalls. Einmal im Monat bekommt er von mir einen runtergeholt, vorausgesetzt, er hat sich anständig aufgeführt: ein paarmal haben wir diese Sitzungen auch schon ausfallen lassen. Warte mal einen kleinen Moment...“, sie stand auf, holte einen Kalender und setzte sich wieder, „seit wir dieses System praktizieren hatte er in insgesamt sechsundzwanzig Monaten achtzehn Orgasmen, also im Schnitt etwa zweimal in drei Monaten.“
Mit einem gewissen Schaudern (vor meinen eigenen Abgründen, uneingestandenen Phantasien und heimlichen Perversionen?) versuchte ich mich in dieses System hineinzudenken und fragte: „Das kannst du doch gar nicht so genau wissen. Wie weißt du denn, was er in deiner Abwesenheit macht?“ „Genau“, sagte Christine, „ab ins Bad und los gehts, und du merkst es noch nicht mal an seiner nachlassenden Leistung im Bett.“
Susanne lächelte und sagte: „Am besten läßt sich das wohl durch die Anschauung erklären. Ein Bild oder ein persönlicher Augenschein sagt mehr als tausend Worte. Severin, steh auf und laß deine Hose und Unterhose herunter.“ Zu uns gewandt erklärte sie: „übrigens heißt er nicht wirklich Severin, das heißt, als er zu mir kam, hieß er noch nicht so. Eigentlich heißt er Thomas. Aber ich dachte, wenn er mein Eigentum wird, müßte ich ihm auch einen Namen geben.“
Ich hörte ihr nicht besonders aufmerksam zu, denn meine Aufmerksamkeit wurde, nachdem ich eine erste Scheu überwunden hatte und hinzuschauen gewagt hatte, von dem gefesselt, was zwischen Thomas/Severins Beinen hing: über dem Glied trug er eine Metallröhre, an der unten ein Vorhängeschloß baumelte. Wie diese Röhre allerdings befestigt war, konnte ich von meinem Beobachtungspunkt nicht erkennen. Susanne war inzwischen aufgestanden und kehrte in den Raum mit einem Paar Handschellen zurück. Severin wußte offenbar schon, was zu tun war, und setzte sich wieder auf seinen Stuhl, und Susanne kettete ihn an. Dann verließ sie erneut den Raum, und es dauert einen Moment, ehe sie mit einem Schlüssel zurückkehrte. „Ich mußte erst seinen Schlüssel aus dem Safe holen.“ erklärte sie. Dann winkte sie uns herbei und zeigte uns die Apparatur, die Severins Glied umschloß. Sie öffnete das Vorhängeschloß, das an der Spitze der Metallröhre an einem Ring befestigt war, und zog die Metallröhre herunter. Nun sah ich, daß dieser Ring fest als Piercing an Severins Eichel befestigt war. Nachdem ich die Konstruktion erst einmal begriffn hatte, war sie eigentlich verblüffend einfach. „Die Aufsichtsbeamtinnen haben sich vom ordnungsgemäßen Zustand des Gliedes überzeugt?“ witzelte Susanne, quetschte Severins Glied zurück in die Röhre, bis der Ring wieder an der vorderen Öffnung herausragte und mit dem Vorhängeschloß fixiert wurde. Dann brachte sie wieder den Schlüssel fort und befreite anschließend Severin, der sich Unterhose und Hose wieder hochzog.
Susanne und wir setzten uns zurück auf das Sofa, und Susanne fuhr fort zu erzählen: „Am Anfang unserer Beziehung, als wir diesen Quasi-Keuschheitsgürtel erst einmal ausprobierten, gewährte ich ihm natürlich öfter als einmal im Monat eine Befriedigung. Ganz am Anfang wollte er sogar täglich seine kleine Belohnung, aber das haben wir dann relativ schnell abgestellt. Bis wir dann bei einmal wöchentlich waren, war ein harter Kampf und ein langer Weg, und Severin war nicht immer ganz einsichtig. Eigentlich war es ja genau das, was er wollte, und er selbst hatte die Idee mit dem Keuschheitsgürtel gehabt, aber dann überlegte er es sich ständig wieder neu und sagte mal so und mal so, und es war bald klar, daß ich nicht auf seine Einsicht bauen konnte und die Sache selbst in die Hand nehmen mußte. Also stellte ich ihn irgendwann vor die Wahl: entweder er kann das Ganze in Zukunft vergessen, oder er willigt ein, das Ganze in Zukunft nach meinen Regeln zu spielen, und die heißen: er wird nie wieder eine Frau nackt sehen, er wird nie wieder mit seinem Schwanz in eine Frau eindringen, er wird nie wieder öfter als einmal im Monat einen Orgasmus haben, so daß er vor Ablauf des Monats erst gar nicht kommen braucht und mich nerven, und es steht in meinem Ermessen, diesen Zeitraum nach Belieben und ohne Absprache zu verändern, und er weiß auch genau, daß wenn er nur die leiseste Andeutung macht, daß er unzufrieden ist mit der Frequenz, mit der er seine Befriedigung bekommt, daß diese Frequenz dann noch langsamer wird, und ich habe mir auch ausdrücklich das Recht vorbehalten, seine Befriedigung ganz zu streichen, wann immer ich will; wenn ich also Lust habe, kann ich ihm jederzeit mitteilen, daß er von nun an übehaupt nie mehr einen Orgasmus haben wird. Oder ich verzichte darauf, ihm das großartig vorher anzukündigen, und setze es einfach in die Tat um und lasse ihn im Zweifel, ob er jemals wieder einen Orgasmus kriegen wird. Übrigens“, sie schloß einen Moment genießerisch die Lippen, „ich sage euch jetzt etwas, was ich auch Severin bis jetzt noch nicht gesagt habe: ich bin fest entschlossen, die Häufigkeit, mit der Severin von mir befriedigt wird, in Zukunft immer weiter zu verringern, und eines Tages wird er von mir tatsächlich für den Rest seines Leben in absoluter Keuschheit gehalten werden. Bis es soweit ist, wird allerdings wohl noch einige Zeit vergehen, wobei das auch zum Teil von seinem Benehmen abhängt. Ich habe mir vor einiger Zeit vorgenommen, daß ihm von nun an nur noch eine bestimmte Zahl an Orgasmen zustehen, und wenn die aufgebraucht sind, dann ist Schluß, wobei sich diese Zahl auch noch, je nach seinem Benehmen, weiter verringern kann.“
2. Jura
Zwischen
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(im folgenden als „Herrin“ bezeichnet)
und
__________________
(im folgenden als „Sklave“ bezeichnet)
wird folgendes vereinbart:
A. Pflichten des Sklaven
Der Sklave verpflichtet sich
1. Das Honorar für die Sitzungen bei seiner Herrin pünktlich, ohne Säumen und ohne Beschwerde zu bezahlen, sofern er sich entschließt, an der Sitzung teilzunehmen. Die Höhe des Honorars wird von der Herrin vor Beginn der Sitzung nach freiem Ermessen festgelegt und dem Sklaven mitgeteilt.
2. Anweisungen der Herrin während der Sitzungen nach bestem Wissen und Gewissen zu befolgen, solange dabei nicht gegen geltendes Recht verstoßen wird oder eine Gefahr für Leib und Leben des Sklaven folgt.
3. Während, vor und nach den Sitzungen alle Maßnahmen zu vermeiden, die zu einer Zerstörung oder Beschädigung des von dem Sklaven zu tragenden Keuschheitsgürtels führen.
4. Außerhalb der Sitzungen den Keuschheitsgürtel nicht zu öffnen, weder durch Gewalt noch durch andere Maßnahmen.
5. Keine Versuche zu unternehmen, den Schlüssel zu seinem Keuschheitsgürtel in seine Verfügung zu bringen, von der Möglichkeit des Abschnitts C abgesehen.
6. Den Schlüssel zu seinem Keuschheitsgürtel, sollte er dennoch in seine Verfügung gelangen, unverzüglich der Herrin zu übergeben, ohne seinen Keuschheitsgürtel zu öffnen.
B. Pflichten der Herrin
Die Herrin verpflichtet sich
1. Den Keuschheitsgürtel des Sklaven nur zu öffnen, wenn ausreichend dafür Sorge getragen ist, daß die Herrin in der Lage ist, den Keuschheitsgürtel sicher am Körper des Sklaven so zu schließen, daß dieser außerstande ist, zu einer sexuellen Befriedigung zu gelangen. Dies ist ausreichend sichergestellt, wenn die Herrin den Sklaven vor Öffnen des Keuschheitsgürtels so fixiert, daß dieser sich nicht selbst befreien kann.
2. Den Keuschheitsgürtel des weiteren nur innerhalb des Studios der Herrin zu öffnen, und nicht im Beisein Dritter, falls zu befürchten ist, daß diese Dritte an sadomasochistischen Praktiken Anstoß nehmen könnten.
3. Den Keuschheitsgürtel wieder am Körper des Sklaven so zu schließen, daß eine sexuelle Befriedigung des Sklaven ausgeschlossen ist, ehe sie die Fesselung oder Fixierung des Sklaven löst. Dies hat spätestens nach Ablauf einer halben Stunde zu geschehen, und jedenfalls ehe der Sklave das Studio verläßt.
4. Sorge zu tragen, daß der Schlüssel des Keuschheitsgürtels, in den der Sklave eingesschlossen ist, außerhalb der Reichweite des Sklaven aufbewahrt wird.
5. Sorge zu tragen, daß der Schlüssel des Keuschheitsgürtels, in den der Sklave eingeschlossen ist, nicht zerstört oder beschädigt wird, und daß die Möglichkeit, den Keuschheitsgrütel zu öffnen, nicht prinzipiell verloren geht.
Die Herrin ist weder verpflichtet, dem Sklaven eine Sitzung zu gewähren, noch ist sie verpflichtet, im Verlauf einer Sitzung den Keuschheitsgürtel des Sklaven zu öffnen, noch ist sie verpflichtet, nach dem Öffnen des Keuschheitsgürtels für eine sexuelle Befriedigung des Sklaven zu sorgen.
C. Auflösung des Vertrages.
Der Sklave hat das Recht, gegenüber der Herrin den Satz „Auflösung des Vertrages gemäß Abschnitt C“ zu äußern.
Die Herrin ist dann verpflichtet
1. Den Schlüssel dem Sklaven ohne schuldhaftes Verzögern auszuhändigen.
2. Den Sklaven anschließend nie mehr zu empfangen, nicht mit ihm zu sprechen und Begegnungen mit ihm, soweit zumutbar, zu vermeiden.
3. Den Schlüssel nie wieder an sich zu nehmen oder sonstwie die Verantwortung für die Keuschhaltung des Sklavens zu übernehmen.
Der Sklave ist dann vepflichtet
4. Die Herrin nie wieder aufzusuchen und jede Begegnung mit ihr, soweit zumutbar, zu vermeiden, einschließlich der Kontaktaufnahme durch Dritte.
5. Den Wohnort baldmöglichst wechseln, soweit dies mit der beruflichen und persönlichen Situation des Sklaven ohne unzumutbare Belastung vereinbar ist.
D. Verschärfung des Vertrages.
Der Sklave hat das Recht, gegenüber der Herrin den Satz „Verschärfung des Vertrages gemäß Abschnitt D“ zu äußern. Der Vertrag ändert sich dann wie folgt:
1. Abschnitt B, Punkt 5, und Abschnitt C, alle Teile, entfallen.
2. Der Sklave ist verpflichtet, an einer Sitzung im Studio teilzunehmen, falls diese für ihn kostenlos ist und von der Herrin gewünscht wird. Diese Sitzungen unterliegen keiner zeitlichen Beschränkung.
3. Die Herrin erhält das Recht, den Keuschheitsgürtel des Sklaven so zu modifizieren, wie es ihr passend erscheint, beispielsweise in der Art, daß er sich nicht mehr öffnen läßt oder daß Erektionen des Sklaven aufgrund der veränderten Konstruktion des Keuschheitsgürtels für diesen schmerzhaft sind, oder in jeder beliebigen anderen Art und Weise.
Unterschrift:
Unterschrift:
3. Wahrscheinlichkeitsrechnung
Ich habe mir folgendes Spiel ausgedacht: einer der beiden Spieler trägt einen Keuschheitsgürtel. Wann immer er will, kann er die Mitspielerin bitten, sie beide mögen eine neue Runde spielen. Dabei wird dann der Spieler gefesselt, und die Mitspielerin ermittelt mit Hilfe eines Zufallsgenerators, ob der Spieler diese Runde gewinnt oder verliert. Gewinnt er, dann erhält er als Belohnung eine sexuelle Befriedigung. Verliert er, dann wird der Schlüssel zu seinem Keuschheitsgürtel vernichtet, und das Spiel endet (es finden keine weiteren Runden mehr statt). Die Wahrscheinlichkeit, mit der der Spieler eine Runde verliert, sei mit W bezeichnet. Sie hängt von zwei Parametern ab: sei N die Zahl der bisher, seit Beginn des Spiels gespielten Runden (das heißt, zu Beginn des Spiels ist N=0, mit jeder Runde steigt N um 1 an). Sei D die Anzahl der Tage, die seit der letzten Runde vergangen sind. Fand zum Beispiel die letzte Runde am vergangenen Montag statt, und ist nun Mittwoch, dann ist D=2. Die Verlustwahrscheinlichkeit berechnet sich dann mit Hilfe der Formel
1
W = ---------------
3000
----- * D + 1
N + 1
Die Formel ist so konstruiert, daß W mit zunehmendem N immer stärker anwächst, es sei denn, es wird auch D entsprechend erhöht. Das heißt, je länger das Spiel andauert und je mehr Runden gespielt wurden, desto länger muß der Spieler warten, ehe er um eine neue Runde bittet, falls er W konstant niedrig halten will. Nehmen wir an, er will etwa nur dann um eine neue Runde bitten, wenn W nicht größer als
Die Werte in der Tabelle gehen von einem Spieler aus, der genau dann um eine neue Runde bittet, wenn die Verluswahrscheinlichkeit W unter
Ich bitte zu beachten, daß dieses Spiel für den Spieler vergleichsweise fair ist. Es liegt im Ermessen des Spielers, welches Risiko er eingehen will, und er kann ohne weiteres sein Risiko auf ein zu vernachlässigendes Maß reduzieren, und zwar mit einer Strategie, die nicht allzu grausam ist. Bei der vorgestellten Strategie steigt D niemals über fünf Monate: ich kenne eine Webseite, in der eine Frau behauptet, nur einmal im Jahr aus ihrem Keuschheitsgürtel befreit zu werden (allerdings mit dem Vorteil, daß dann W=0 gilt). Und am Anfang des Spieles gibt es eine sehr lange Phase der langsamen Eingewöhnung, es besteht kaum die Gefahr, daß die Mitspielerin den Spieler gleich am Anfang durch ein zu hohes und ungewohntes D überfordert.
Zur Bequemlichkeit meiner Leserinnen habe ich eine kleine Eingabemaske gebastelt, so daß die geneigten Leserinnen selbst einige Werte nachrechnen können, ohne auf die Formel zurückgreifen zu müssen.
Es müssen jeweils zwei Werte gegeben sein, um den dritten berechnen zu können. Sind etwa die Felder für N und D ausgefüllt, dann kann W durch Knopfdruck berechnet werden. Der Knopf „Spielen“ erlaubt es, für das eingegebene N und D eine Runde zu spielen.
4. Handwerk und Technik
Es ist ziemlich schwierig oder unmöglich, einen unzerstörbaren Keuschheitsgürtel herzustellen. Schließlich und endlich ist es schwierig, ein Matrial zu finden, das einem chirurgischen Diamantbohrer widersteht. Ein guter Keuschheitsgürtel ist so beschaffen, daß zu seiner Zerstörung spezielle Werkzeuge und ein gewisser Aufwand erforderlich sind, und er wird auch so konstruiert sein, daß seine Zerstörung endgültig und nicht zu verbergen sein wird. Aber unzerstörbar ist er nicht.
Ein ausbruchssicherer Keuschheitsgürtel läßt sich demzufolge, soweit ich sehe, nur mit Hilfe von Erpressung konstruieren. Ein solcher ausbruchssicherer Keuschheitsgürtel wäre einer, der, wenn er zerstört würde, seinerseits bei seinem Träger solchen Schaden anrichtete, daß dieser lieber Abstand davon nehmen würde. In dieser Richtung sind mehrere Vorschläge gemacht worden. Es gibt einen Keuschheitsgürtel aus einem Kunststoff, der bei seiner Zerstörung zersplittert, allerdings nicht so, daß es dabei zu ernsthaften Verletzungen kommen würde. In einigen fiktiven Geschichten kommen Keuschheitsgürtel mit aufwendigen elektronischen Vorrichtungen vor, die beim Versuch, den Keuschheitsgürtel gewaltsam zu öffnen, in Gang gesetzt werden. Und ein Besucher meiner Seite schlug einen Keuschheitsgürtel vor, der bei seiner Zerstörung ein tödliches Gift verspritzt.
Diese Lösungen scheinen mir entweder nicht effektiv oder zu aufwendig und störanfällig. Ein praktikabler Ansatz bestünde vielleicht eher in folgendem: ein Keuschheitsgürtel, der aufgrund seiner Konstruktion unter mechanischer Spannung steht. Zumindest für männliche Keuschheitsgürtel ließe sich eine Konstruktion finden, bei der die Genitalien durch eine Öffnung geführt werden, die unter hoher mechanischer Spannung steht derart, daß bei einer gravierenden Beschädigung des Gürtels diese Öffnung mit solcher Gewalt kollabieren würde, daß es zu einer irreperablen Verletzung der Genitalien käme.
Ein ähnlicher Ansatz wäre auch für eine Keuschheitsröhre (in Kombination mit einem Piercing) denkbar: in diesem Fall müßten sich im Inneren der Röhre mehrere Ringe befinden, die unter mechanischer Spannung stehen, sich zu schließen, was nur durch die äußere Röhre verhindert wird. Wird die äußere Röhre beschädigt, fällt die Spannung weg, und einzelne Ringe schließen sich. Die Konstruktion müßte dabei so ausfallen, daß das Schloß zum größten Teil (zumindest der Bügel) von Außen unerreichbar ist.
Es versteht sich, daß eine solche Konstruktion einige gravierende Nachteile mit sich brächte: sie ließe sich für nichtkonsensuale Akte mißbrauchen, die Gefahr, den Mechanismus durch einen Unfall auszulösen wäre zu bedenken, und schließlich ist es in vielen Fällen ja nicht unbedingt ein Nachteil, die Gelegenheit zu besitzen, die eigene Meinung nachträglich zu ändern, eine Gelegenheit, die durch eine solche Konstruktion gefährdet wäre.