2010-03-08Alt AchtWord verfügt über einen eingebauten Mechanismus, gerade Anführungszeichen mittels einer Heuristik in typografische Anführungszeichen zu verwandeln, aber von dieser Möglichkeit mache ich ungern Gebrauch, da ich mich scheue, Maschinen das Denken zu überlassen. Zum einen fürchte ich, sie könnten sonst eines Tages versuchen, die Weltherrschaft zu erringen und die Menschheit zu versklaven. Zum anderen ist eine solche Heuristik nicht sehr verlässlich. Ich habe also seit urdenklichen Zeiten bei Word die Tastenzuordnung, dass Alt+8 ein „ produziert und Alt+9 ein “. Warum gerade diese Tasten? Weil die Tasten für 8 und 9 bereits für runde und eckige Klammern stehen, und Anführungszeichen haben eine ähnliche Funktion wie Klammern, indem sie etwas einschließen. Außerdem steht bei mir Alt+0 für ”, bei einem englischen Test muss ich dann nämlich nur Alt+8,Alt+9 durch Alt+9,Alt+0 ersetzen (also auf der Tastatur eine Taste nach rechts rutschen), um Anführungszeichen zu erzeugen. Und Alt+6 erzeugt einen Apostroph, weil ein Apostroph ja ein bissc̈hen wie eine Sechs aussieht. …
2010-03-07Zwölf ZehnerZum gebräuchlichen Standardset von Rollenspielwürfeln gehört ein zehnseitiges Trapezoeder, das aus zehn Drachenflächen besteht und dual zu einem pentagonalen Antiprisma ist. Wir können die Höhe dieses Würfels beliebig verändern, ohne die Isohedrie zu zerstören. Ein solcher Würfel hat zwei verschiedene Arten von Kanten; wir können seine Höhe so wählen, dass der Kantenwinkel der längeren Kanten gerade ein Drittel eines Vollkreises ist. …
2010-03-06Jan erklärt einen WitzAlso: in der vorangegangenen Skizze habe ich versucht, xkcd zu simulieren, und nun werde ich versuchen, den Witz zu erklären. Eine monophyletische Gruppe oder Monophylum ist die Menge von Lebewesen beziehungsweise von biologischen Taxonen, die sich dadurch definieren lassen, dass sie die Menge aller Nachfahren eines gemeinsamen Vorfahren sind. Nach allem, was wir wissen, scheinen Schimpansen näher mit Menschen als mit Gorillas verwandt zu sein. Demnach bilden Menschen und Schimpansen eine monophyletische Gruppe, nämlich die Gruppe aller Nachfahren des letzten gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Schimpansen. Ebenso bilden Menschen, Schimpansen und Gorillas eine monophyletische Gruppe, nämlich die Gruppe der Nachfahren des letzten gemeinsamen Vorfahren von Menschen, Schimpansen und Gorillas. Schimpansen und Gorillas dagegen bilden zusammen keine monophyletische Gruppe: in dieser Gruppe fehlen Nachfahren des letzten gemeinsamen Vorfahren, nämlich wir Menschen. Eine solche Gruppe, die manche, aber nicht alle Nachfahren eines gemeinsamen Vorfahren enthält, heißt paraphyletisch. Außerdem gibt es noch polyphyletische Gruppen: das sind solche Gruppen, bei denen der gemeinsame Vorfahre nicht Teil der Gruppe ist. So wäre etwa die Gruppe der „Warmblüter“ oder der „Lebendgebärer“ polyphyletisch, da sich die Warmblütigkeit von Vögeln und Säugetieren oder das Lebendgebären von Menschen und bestimmten Skorpionarten getrennt voneinander entwickelt hat (es handelt sich bei diesen Merkmalen nicht um Synapomorphien, geteilten Merkmalen, die auch schon der gemeinsame Vorfahre besessen hat, sondern um Homoplasien, geteilten Merkmalen, die sich in verschiedenen Linien unabhängig voneinander entwickelt haben). Nach traditioneller Taxonomie gibt es die „Klasse“ der Reptilien und die „Klasse“ der Vögel (innerhalb des „Stammes“ der Wirbeltiere). Da Vögel jedoch Nachfahren von Dinosauriern sind, und damit Nachfahren von Reptilien, müsste eine monophyletische Definition von Reptilien auch Vögel umfassen; oder umgekehrt, wenn Vögel keine Reptilien sind, dann sind Reptilien eine paraphyletische Gruppe. …
2010-02-28xkcdWäre dieses Blog xkcd, dann sähe dieser Eintrag vermutlich so aus: …
2010-02-28Die Rückkehr des Sohns des Käfigs und des WürfelsDer Tutte-8-Käfig hat 30 Ecken und eine fünfzählige Symmetrie, und das Ikosidodekaeder hat ebenfalls 30 Ecken und eine fünfzählige Symmetrie. Es ist deshalb möglich, die Ecken des Tutte-8-Käfig mit den Ecken des Ikosidodekaeders zu identifizieren, die Kanten des Graphen einzuzeichnen und so eine Einbettung des Graphen in den dreidimensionalen Raum zu erhalten. Gesagt, getan: …
2010-02-27Dornröschen IV: Der Zorn der SigdrifaStatt einer blöden, weibischen Rosenhecke könnten wir natürlich auch eine Waberlohe als magischen Schutz unserer Heldin wählen, die im übrigen auch keine Prinzessin ist, sondern eine ehemalige Walküre, die auch nicht irgendeinen von Rosa abgeleiteten Namen hat, sondern Sigdrifa heißt (oder meinetwegen „Şīğðřîfå“, was zwar keinen Sinn macht, aber cool aussieht), und wenn sie dann in astraler Form ihren Ritter trifft (nennen wir ihn Carl), dann kommt es zwischen ihnen beiden ständig zum Streit, weil Sigdrifa als erfahrene ehemalige Kämpferin, die, als sie noch wach war, regelmäßig Monster, Trolle und Midgardschlangen verprügelt hat, an Carls Kampfstil herummäkelt und zu verstehen gibt, dass sie besser kämpfen könnte als er, könnte sie noch kämpfen (damit diese Behauptung halbwegs glaubwürdig ist, müssen derartige Behauptungen von ihr von entsprechenden Rückblenden begleitet werden, in denen gezeigt wird, wie sie früher, als sie noch wach war, tatsächlich furchterregenden Monstern in den Hintern getreten hat – außerdem könnte Carl verschiedenen uralten Monstern begegnen, die sich noch daran erinnern können, wie sie von Sigdrifa besiegt wurden). Weiterer möglicher Konfliktpunkt: Carl kämpft als guter Christ gegen die feindlichen Mohren (die dabei, wann immer sich die Gelegenheit ergibt, als sehr viel gebildeter und kultivierter als die Christen gezeigt werden), während Sigdrifa noch persönlich Odin gekannt hat (der seither im Ragnarök gestorben ist, das Sigdrifa verschlafen hat) und dementsprechend monotheistische Religionen für neumodischen, abergläubischen Quatsch hält. …
2010-02-27Glück und Glas, wie leicht bricht dasMüsste da nicht noch eine (vorzugsweise unbetonte) Silbe vorneweg kommen? Aber welche? „Das Glück und Glas/ wie leicht bricht das“? „Dein Glück und Glas – wie leicht bricht das“? „mut ∙ glück und glas ∙ wie leicht bricht das“? „Rotkohl und Glas: wie leicht bricht das“? Schwierig, schwierig. 2010-02-23Dornröschen III: die Rache der OrtografieWas mich in diesem Zusammenhang auch noch beschäftigt: ob bei „Röschen“, oder generell beim Diminutiv von Worten, die auf „s“ auslauten, das „s“ nicht besser mit einem Trema geschrieben werden sollte: Rös¨chen, Hös¨chen (eine ziemlich häufig anzutreffende Bezeichnung für Unterbuxen), der Oma ihr klein Häus¨chen, Kläus¨chen, Häns¨chen. Denn andernfalls sieht das sich ergebende „sch“ ja wie die Bezeichnung für einen ∫-Laut aus. Leider ist die Verwendung eines Tremas an dieser Stelle im Deutschen vollkommen unüblich (und dem Internet Explorer auch nur schwer zu vermitteln, weshalb ich zu einer Hilfskonstruktion greife, die erfordert, dass ich die Schriftart in diesem Absatz vorgebe). Ein anderer Weg, dieses Problem zu vermeiden, bestünde darin, den Diminutiv mit der Endung „-lein“ statt „-chen“ zu bilden, also „Röslein“ statt „Röschen“. Eine dritte Möglichkeit, sich dem Problem zu nähern, wäre, zu fragen, ob wir überhaupt einen Diminutiv brauchen, der doch reichlich oft reichlich albern klingt; das ergäbe dann „Dornrose“ („Dornrosa“?) statt „Dornröschen“. …
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