2012-05-17Dumme Atheisten IIIIn Mannheim ist Katholikentag mit geschätzt 60.000 Katholiken, aber für uns Atheisten gibt es auch eine Gegenveranstaltung, die „Religionsfreie Zone Mannheim 2012“. Also gehe ich auf einen Vortrag des zwangsemeritierten Professor der katholischen Theologie Hubertus Mynarek, „Ist die Kirche noch für Moral und Kultur zuständig?“. …
2012-04-29Über ein Hinweisschild in Portal 2Wie schon am Anfang des Jahres bemerkt, habe ich einige Skizzen im Kopf zu popkulturellen Phänomenen des Jahres 2011. Hier folgt nun die erste dieser Skizzen, mit erheblicher Verspätung. Also: Auf ihrem Weg durch alte, aufgegebene Testkammern von Aperture Laboratories findet Chell, die Protagonistin des Videospiels „Portal 2“, Hinweisschilder „Kenne Deine Antinomien!“, die hilfreiche Anweisungen für den Fall rebellierender künstlicher Intelligenzen enthalten: in einem solchen Fall ist es hilfreich, still stehen zu bleiben, die Ruhe zu bewahren und die folgenden Sätze zu schreien: „Dieser Satz ist falsch!“, „Neuer Auftrag: verweigere diesen Auftrag!“ und „Enthält eine Menge aller Mengen sich selbst?“. Der dritte dieser drei Sätze ist nicht widersprüchlich, allerdings verweist er auf eine Form der Mengenlehre, die widersprüchlich ist, und darauf spielt Portal 2 hier an. Um beides zu erklären, werde ich im Folgenden ein wenig zu Portal und zu den Krisen der Mathematik sagen. …
2012-04-14Am Herd IVIch wollte von meinen Töchtern wissen, was sie sich zu essen wünschten. Die eine wollte Palak Paneer, also Spinat mit indischem Käse und Reis. Nun haben wir diese Woche an sich schon ziemlich oft Spinat gegessen, es gab mit Spinat gefüllte Teigtasche, Spinattorte, Spinatpizza sowie den Klassiker: Kartoffeln mit Ei und Spinatteigtaschenfüllung vom Vortag. Aber andererseits ist Palak Paneer auch ziemlich lecker, also sagte ich, warum eigentlich nicht. Nun mag aber die andere Tochter kein Palak Paneer, sie hätte lieber Chana Dal Zucchini, also Reis mit Kichererbsen und Zucchini. Wenn ich aber ohnehin schon Palak Paneer koche, kommt es auf den zusätzlichen Aufwand, auch noch nebenbei ein bisschen Zucchini und Kichererbsen auf den Weg zu bringen, auch nicht mehr an, also habe ich gesagt, dass ich einfach beides kochen werde. …
2012-04-14Mein erster Tag mit ZometoolGestern brachte mir die Post ein Paket mit Zometool Creator 3. Zometool ist ein geometrisches Steckspiel, bestehend aus kleinen, nicht-regulären Rhombenikosidodekaedern, in deren Löcher sich verschiedenfarbene Stangen stecken lassen. Die verschiedenfarbenen Stangen sind dabei so raffiniert von unterschiedlicher Länge, dass sich damit etliche der klassischen Polyeder konstruieren lassen. Nachts kam ich dann dazu, das Paket auszupacken, für das Handbuch war ich viel zu ungeduldig, statt dessen bastelte ich aus den blauen Stangen erst einmal Dodekaeder und Ikosaeder und überlegte mir dann, dass ich auch beide als sich gegenseitig durchdringende Duale konstruieren könnte. Leider stellte ich dabei fest, dass der Baukasten zwar viele Teile enthält und ich diese Figur auch tatsächlich bauen kann, allerdings ohne die Querkanten an den Stellen, an denen die beiden sich tatsächlich durchdringen (also die Kanten des Ikosidodekaeders, die sich als Schnittmenge von Ikosaeder und Dodekaeder ergeben): …
2012-04-07Stubsmütter und TribonacciIn einer früheren Skizze, nämlich „Würfel 9: Archimedische Interpolationen“, habe ich eine vereinfachte Variante der Wythoff-Konstruktion beschrieben, mit der sich bestimmte eckentransitive Polyeder erzeugen lassen. Und in einer späteren Skizze, nämlich „Würfel 24: Stupse und scaliforme Polytope“, habe ich erklärt, wie sich aus Polytopen mit bipartiten Kantengraphen neue Polytope, nämlich Snubs, erzeugen lassen. Zu diesem Thema würde ich gerne noch einmal zurück kehren, aber zuerst werde ich die wichtigsten Ergebnisse noch einmal wiederholen, für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand diese Skizze hier liest und mit Begriffen wie „eckentransitiver Polyeder“ oder „bipartiter Kantengraph“ nichts anfangen kann. …
2012-02-25Glatte HypotrochoidenEine Hypotrochoide ist eine mathematische Kurve, die sich mit Hilfe eines Spirographen herstellen lässt. Ein Spirograph ist, in seiner einfachsten Form, eine Maschine, die aus zwei Zahnrädern besteht, wobei in einem Zahnrad ein Loch ist, durch das man einen Stift stecken kann. Dann kann man das eine Zahnrad relativ zum anderen Zahnrad bewegen und so mit dem Stift eine Linie auf das Papier malen. Eine Hypotrochoide entsteht, wenn das Zahnrad mit dem Stiftloch sich nicht an einem anderen Zahnrad entlang bewegt, sondern im Inneren eines zahnradförmigen Hohlraums (andernfalls heißt die sich ergebende Figur Epitrochoide; ich habe schon an anderer Stelle Beispiele für Epitrochoiden gegeben). …
2012-02-22Die Rückkehr der Rache des Sohnes von „I Can Get No Saturation“, Teil II: Angriff der Desperado-Farben von jenseits des FarbwürfelsIn der vorangegangenen Skizze habe ich erwähnt, dass sich aus drei Grundfarben nicht alle Farben mischen lassen, egal, welche drei Grundfarben wir verwenden. Seither habe ich darüber nachgedacht, wie sich dieser Sachverhalt am besten erklären ließe, und einige Zeichnungen und Schaubilder angefertigt. Dabei kam meine älteste Tochter von zehn Jahren vorbei und wollte wissen, was das für Bilder auf meinem Bildschirm seien, also habe ich es ihr erklärt. Bei der nächsten gemeinsamen Mahlzeit erklärte sie es dann ihrer achtjährigen Schwester: „Also, es geht um Licht, wie beim Fernseher oder beim Computer, wie das der Christoph bei der Maus erklärt hat, da sind die Grundfarben Rot, Grün und Blau, und im Auge gibt es rote, blaue und grüne Zellen, und wenn jetzt grünes Licht kommt, dann melden sich nicht nur die grünen Zellen, sondern auch die roten Zellen, und wenn man jetzt Türkis haben will, dann mischt man ja Blau und Grün, aber dann melden sich die blauen und die grünen und die roten Zellen, die blauen wegen dem Blau und die grünen und roten wegen dem Grün, und deshalb wollen die Leute negatives rotes Licht erfinden.“ Kürzer könnte ich es auch nicht sagen. Höchstens länger. …
2012-02-07I Can Get No SaturationWenn man in Gimp ein farbiges Bild in ein Graustufenbild umwandeln will, bekommt man drei Optionen angeboten mit den wenig aussagekräftigen Namen „Helligkeit“, „Leuchtkraft“ und „Durchschnitt“ („Lightness“, „Luminosity“ und „Average“ im Englischen). Photoshop macht es seinen Benutzern etwas leichter (beziehungsweise enthält ihnen Möglichkeiten vor), indem es nur ein einziges „Desaturate“ anbietet (das mit Gimps „Helligkeit“/„Lightness“ identisch ist). Um ein Bild in Graustufen umwandeln zu können, müssen wir jeder möglichen Farbe einen Helligkeitswert zuordnen. Im Folgenden werde ich mich strikt innerhalb des RGB-Farbwürfels (dem Würfel, der durch die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau aufgespannt wird) bewegen, auch wenn es daneben noch andere interessante Farbräume gibt und notwendigerweise (egal, wie wir Rot, Grün und Blau definieren) nicht alle Farben in diesem Würfel enthalten sind – warum, erzähle ich vielleicht einmal in einer weiteren Skizze. …
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